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Rechtsanwalt Christian Czirnich, Hubertusstr. 8a, 85614 Kirchseeon

Mother & child © Lydie Fotolia #158907184 

Abmahngeplagte Eltern

 

Eine Information für abmahngeplagte Eltern und solche die fürchten müssen es zu werden:

Ich bin seit 23 Jahren Anwalt, und seit 23 Jahren vertrete ich Eltern, deren Kindern vorgeworfen wird, Musik raubkopiert zu haben. Egal ob es getauschte Musik in der Schule war oder illegal im Internet runter geladene Musik ist, die Jugendlichen wissen meist, dass man Musik kaufen und nicht einfach kopieren darf, aber wenn die Freundin, der Freund den Song auf dem Handy hat und mal schnell per Bluetooth rüberschiebt, ist doch nichts dabei. Wenn einem auf einer Seite im Internet die Möglichkeit gegeben wird mit einem Klick ganze Alben runter zu laden, wieso dann das knappe Taschengeld dafür ausgeben?

Ich habe immer wieder für eine faire Kulturflatrate geworben. Mich interessiert zunächst nicht, wie die Einnahmen gerecht verteilt werden können, als Konsument von Musik will ich Musik, wie ich es vom Radio gewohnt bin, auch über meine mit dem Internet verbundenen Geräte hören (und das sind zwischenzeitlich fast alle), wann und wo ich will. Ich bin gerne bereit dafür 10 oder 20 Euro zu zahlen, aber ich will mir keine Gedanken darüber machen, ob mir wegen irgendeines Liedes, dass ich mir im Internet angehört habe, in 6 Monaten eine Abmahnung ins Haus flattert. Und insbesondere will ich als Vater nicht dafür haftbar sein, wenn meine Tochter sich irgendwelche Musik im Internet runterlädt, weil sie eben nur einen Klick entfernt war. Ja meine Tochter ist aufgeklärt, dass man keine Software oder Musik oder Filme im Internet runterladen darf, aber diese Aufklärung wird den Vorstellungen eines Landgerichts in Hamburg, Köln oder sonst wo in der Republik nicht genügen, denn eigentlich hätte ich meiner Tochter den Internetzugang überhaupt nicht erlauben dürfen. Ich habe es getan, also hafte ich dafür, was sie alles im Internet anstellt.

Wenn ich aus der Haftung schon nicht rauskomme, wenn meine Tochter Musik hören will, wie jede Jugendliche heutzutage und natürlich nicht genug Taschengeld hat, sich jeden Song und jedes Album zu kaufen, dann kann ich ihr beibringen, wie sie legal Internet-Radio mitschneiden kann, so wie ich selbst in meiner Jugend vor dem Radio saß, um Lieder auf dem Kassettenrecorder aufzunehmen. Immer in dem Wissen, dass Sie vielleicht doch einmal dem schnellen Klick erliegt, weil sie genau jetzt ganz dringend dieses eine Lied braucht. Der kostet, wie die Heerscharen abgemahnter Eltern wissen, dann zwischen 400 Euro und 900 Euro, mit Ausreißern nach oben und unten. Auf jeden Fall kann man mit diesem einen falschen Klick ganz viele Alben bezahlen, hätte man das Geld, dass meine Tochter jedenfalls nicht als Taschengeld hat, in Alben investiert.

Seit dem 2012 ist Spotify in Deutschland legal am Start, seit 2015 Apple Music. Es gibt auch andere Musikstreamingdienste davor, aber Spotify hat mich allein deshalb überzeugt, weil das schwedische Unternehmen zum Teil den großen Musiklabeln gehört. Und damit wird mir, unabhängig von einer Einigung zwischen Spotify und GEMA, zu der die GEMA nach dem Urheberrecht verpflichtet ist, keine Abmahnung von einem der Inhaber ins Haus flattern.

Spotify hat einen Familienaccount im Angebot, was bedeutet, ich zahle für meine Familie rund 20 Euro dafür, dass jeder wann und wo er will jederzeit die Musik hören kann, die er gerne möchte. Die in hervorragender Qualität nur einen Klick entfernt ist und auch auf dem Handy mitgenommen werden kann.

20 Euro ... Moment, das war doch der Betrag, den ich seit Jahren bereit war zu zahlen, um ohne Angst vor Abmahnungen meinem Kind sagen zu können:

Du kannst hören was Du willst, das einzige, was ich von Dir verlange ist, dass Du immer Spotify benutzt, wenn Du Musik hören willst.

Das ist klar und einfach. Die Spotify Software ist gut aufgebaut, einfach zu bedienen und auch auf dem Handy genauso gut wie iTunes oder andere Musicplayer. Warum dann etwas anderes benutzen? Ich kann ruhig schlafen und muss keine Abmahnung deswegen fürchten, weil meine Tochter nicht wußte, dass man sich ein und das selbe Lied zwar von einer Internet-Radiostation automatisch aufnehmen lassen darf, aber nicht per P2P Netzwerk runterladen darf.

Ihr Christian Czirnich

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